Dass biozidhaltige Antifoulings dem Wasser schaden, ist den meisten Eignern bekannt. Kupfer und seine Booster geben über die ganze Saison Wirkstoffe ab, die sich in Marinas, Buchten und Seen anreichern. Wie Kupfer im Detail wirkt und wo es bereits beschränkt ist, haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben. Kupfer, Antifouling und warum jedes Boot zählt →
Weniger bekannt ist das hier: Auch viele biozidfreie Fouling-Release-Systeme, die oft vehement als grün beworben werden, sind schädlich oder giftig für Wasserorganismen. Wir haben die Sicherheitsdatenblätter von 14 verbreiteten biozidfreien und zumeist als „eco", „eko" oder „bio" vermarkteten Produkten ausgewertet. Darunter sind die bekanntesten Systeme des Fouling-Release-Segments. Das Ergebnis: Mehrere der 14 Produkte sind als schädlich oder giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung eingestuft, nicht aufgrund von Bioziden, sondern aufgrund anderer Schadstoffe, über die kaum jemand spricht.
Die Stoffe, über die kaum jemand spricht
Cyclische Siloxane (D4)
D4, Octamethylcyclotetrasiloxan, fanden wir in drei der 14 geprüften Produkte, darunter in bekannten Fouling-Release-Systemen. Der Stoff ist in der EU als besonders besorgniserregend eingestuft, weil er sich kaum abbaut und sich anreichert (PBT und vPvB). Dazu ist er sehr giftig für Wasserorganismen und steht im Verdacht, die Fortpflanzung zu schädigen. Reguliert ist D4 bereits über die Kandidatenliste für besonders besorgniserregende Stoffe und ein Verbot in abwaschbarer Kosmetik ab 0,1 Prozent. Weitere Beschränkungen sind absehbar.
PFAS und Fluorpolymere (PTFE)
Fluorpolymere wie PTFE zählen zur Stofffamilie der PFAS, den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Ihr Kernproblem ist die extreme Persistenz: Sie bauen sich praktisch nicht ab und reichern sich in Umwelt und Organismen an. Die PFAS-Familie insgesamt wird mit Umwelt- und Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht, und Fluorpolymere lassen sich ohne weitere PFAS kaum herstellen. Am Horizont steht die universelle PFAS-Beschränkung unter REACH, eines der größten Chemikalienvorhaben der EU-Geschichte, mit Gutachten der ECHA bis Ende 2026.
In unserer Stichprobe war kein PTFE- oder Teflon-System eindeutig über das Sicherheitsdatenblatt belegt. Der Punkt bleibt trotzdem entscheidend: Wo Fluorpolymere eingesetzt werden, sind PFAS bauartbedingt Teil des Systems. Deshalb reicht „biozidfrei" als Grün-Label nicht aus. Die bessere Frage lautet: Wurde PFAS ausdrücklich ausgeschlossen?
Biozidale Konservierer
In einem der 14 Produkte stecken biozidale Konservierer, obwohl es als biozidfrei vermarktet wird. Isothiazolinone wie BIT oder die Mischung CMIT/MIT halten die Farbe in der Dose haltbar. Sie sind sehr giftig für Wasserorganismen und können beim Menschen Allergien auslösen. „Biozidfrei" bezieht sich auf den Antifouling-Wirkstoff, nicht zwangsläufig auf diese Konservierer.
Schwermetall Zink
Auch ohne Kupfer kann Metall im Spiel sein. In zwei der 14 geprüften Produkte fanden wir Zinkoxid, teils in zweistelligen Prozentbereichen. Zinkoxid ist sehr giftig für Wasserorganismen und kann langfristige Wirkungen haben. Das ist der Punkt, an dem das Wort „biozidfrei" besonders trügerisch wird: Es sagt nichts darüber aus, ob ein Produkt frei von umweltrelevanten Metallen ist.
Für Aluminiumrümpfe ist diese Frage besonders sensibel: Wer herkömmliches Antifouling aufgrund des Kupfergehalts bewusst vermeidet, sollte deshalb nicht nur nach „biozidfrei" fragen, sondern nach einem System, das explizit für Aluminium freigegeben und frei von umweltrelevanten Metallen ist.
Aromatische Lösemittel
Mehrere der geprüften Produkte enthalten aromatische Lösemittel wie Xylol, Ethylbenzol oder C9/C10-Aromaten. Einige davon tragen „Eco" oder „EKO" im Namen und gleichzeitig Gefahrenhinweise wie entzündbar, reizend oder schädlich für Wasserorganismen. Ein grüner Name über einer Gefahrenkennzeichnung, das ist Greenwashing auf Etikettenebene.
Gefährlich für Wasserorganismen
Der deutlichste Befund steht nicht im Werbetext, sondern in Abschnitt 2 der Sicherheitsdatenblätter. Mehrere der 14 Produkte sind als schädlich oder giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung eingestuft. Manche tragen „Eco" oder „EKO" im Namen, gleichzeitig aber Gefahrenhinweise wie H411, H412 oder H413. Das ist kein Detail für Chemiker. Es ist genau die Information, die ein Eigner sehen sollte, bevor er ein Produkt ans Unterwasserschiff streicht.
„Biozidfrei" bedeutet nicht automatisch wasserverträglich, metallfrei, PFAS-frei oder frei von persistenten Stoffen. Es bedeutet nur: Das Produkt verwendet keinen klassischen Antifouling-Wirkstoff zur Abtötung von Bewuchs.
Die richtige Frage
„Biozidfrei" und „Fouling-Release" sind Etiketten, keine Umweltnachweise. Die belastbare Frage lautet nicht, ob ein Produkt biozidfrei ist, sondern ob die vollständige Rezeptur frei von persistenten, bioakkumulierenden und giftigen Stoffen ist, ob sie frei von PFAS, Metallen und biozidalen Wirkstoffen ist, und ob das jemand Unabhängiges geprüft hat.
Ein Sicherheitsdatenblatt zeigt die eingestuften Gefahren eines Produkts. Eine unabhängige Prüfung der gesamten Rezeptur gegen Kriterien wie PBT, vPvB und PFAS ist dagegen die Ausnahme.
Was die unabhängige Prüfung bei F2 EcoHull ergab
Für F2 EcoHull hat Product Safety & Compliance Ltd., ein unabhängiges britisches Prüfunternehmen, die vollständige Rezeptur unter Geheimhaltung geprüft, also jeden einzelnen Rohstoff, nicht eine Zusammenfassung. Unterzeichnet hat den Bericht ein European Registered Toxicologist und Chartered Scientist. Geprüft wurden F2 EcoHull Adhesive Coat und F2 EcoHull Top Coat, die funktionale Beschichtung des Systems. Die Befunde, gespiegelt an der Liste oben:
| Geprüft auf | Ergebnis |
|---|---|
| Metalle und zinnorganische Verbindungen (inkl. Tributylzinn) | Keine enthalten. |
| PBT- und vPvB-Stoffe | Weder die Inhaltsstoffe noch das Produkt erfüllen die Kriterien. |
| PFAS | Keine enthalten. |
| Biozidale Wirkstoffe | Keine. Die Wirkung beruht auf physikalischer und mechanischer Ablösung, nicht auf Wirkstoffabgabe. |
| 2-Butanonoxim (MEKO) | Nicht enthalten. |
| Persistenter organischer Schadstoff (POP) | Die Kriterien werden nicht erfüllt. |
Im Wortlaut: Es ist unwahrscheinlich, dass das Produkt ein signifikantes Risiko für die Meeresumwelt darstellt. Diese vorsichtige Formulierung gehört zur fachlichen Sorgfalt eines seriösen Gutachters.
Den vollständigen toxikologischen Prüfbericht kannst du hier einsehen. Prüfbericht ansehen →
Dieser Bericht bewertet das Umweltrisiko der Rezeptur, nicht die Wirksamkeit. Wie gut F2 EcoHull harten Bewuchs niedrig hält, prüft ein separater unabhängiger Langzeittest des Instituts ENDURES. ENDURES-Test ansehen →
Die Regeln werden strenger
Die Richtung der Regulierung ist eindeutig. TBT wurde 2008 weltweit verboten, Cybutryn seit 2023. Kupfer ist in mehreren Revieren bereits beschränkt. Die universelle PFAS-Beschränkung ist in Arbeit, D4 steht als besonders besorgniserregender Stoff unter Zulassungsdruck. Ein Wirkstoff nach dem anderen fällt.
F2 EcoHull ist bereits heute auf die Richtung ausgelegt, in die sich die Regulierung bewegt: weg von persistenten Stoffen, Bioziden, PFAS und Metallen. Wer jetzt darauf setzt, wählt ein System, das dieser Entwicklung voraus ist.
Warum das jeden einzelnen Eigner angeht
Diese Stoffe sind nicht abstrakt. Wer selbst aufträgt, arbeitet direkt mit ihnen: mit Lösemitteln, die die Atemwege reizen, mit Konservierern, die sensibilisieren, mit Stoffen, die als schädlich oder giftig für Wasserorganismen eingestuft sind. Was nach der Saison am Rumpf bleibt, sitzt in genau dem Wasser, in dem wir schwimmen und ankern.
Im Großen summiert sich das. Persistente und bioakkumulierende Stoffe verschwinden nicht, sie bleiben in den Buchten und Sedimenten, in denen unsere Boote liegen, und reichern sich über Jahre an. Der Verzicht auf diese Stoffe ist deshalb keine Pose, sondern eine praktische Entscheidung für das Wasser, in dem wir unterwegs sind. Bei F2 EcoHull ist dieser Verzicht unabhängig belegt, nicht nur behauptet.
Erfahre mehr über unsere biozidfreie Fouling-Release-Beschichtung, deren vollständige Rezeptur unabhängig geprüft wurde. F2 EcoHull ansehen →

