F2 ECO im unabhängigen ENDURES-Test: 7 Monate Nordsee, ehrlich ausgewertet.

F2 ECO im unabhängigen ENDURES-Test: 7 Monate Nordsee, ehrlich ausgewertet.

Ein biozidfreies Schutzsystem muss zwei Dinge belegen. Es muss den schweren, harten Bewuchs begrenzen, der ein Boot wirklich ausbremst, und es muss sich leicht sauber halten lassen, ohne dass die Beschichtung leidet. Beides zeigt sich erst in der Praxis, über eine ganze Saison, in einem Revier, das nichts schenkt. Genau dafür wurde das unabhängige Institut ENDURES mit einem Langzeittest beauftragt. Das Ergebnis vorweg: Unter den härtesten Bedingungen, stationär und ohne Wasserbewegung, blieb der Makrobewuchs niedrig, während die unbeschichtete Kontrolle zuwuchs, und die Fläche ließ sich leicht reinigen. Wir ordnen den Test hier so ein, wie er im Report steht, mit allen Stärken und allen Grenzen.

So wirkt F2 EcoHull

F2 EcoHull ist kein klassisches, biozidhaltiges Antifouling. Es arbeitet nach dem Fouling-Release-Prinzip (Zeronic™ Technologie): eine harte, sehr glatte Oberfläche mit niedriger Oberflächenenergie. Organismen finden darauf wenig Halt und haften nur schwach. Bewegung im Wasser, Strömung oder ein sanftes Abwischen erzeugen Scherkräfte, die diesen frühen Bewuchs wieder lösen. Es geht also nicht darum, Leben chemisch abzutöten, sondern darum, Anhaftung schwer zu machen und Ablösung leicht.

Makrobewuchs und Biofilm sind nicht dasselbe

Diese Unterscheidung ist der Schlüssel zum Report. Biofilm und Weichbewuchs sind der dünne Schleimfilm aus Bakterien und feinen Algen. Optisch stört er, hydrodynamisch ist er weitgehend harmlos, und er lässt sich mit einem Wisch entfernen.

Makrobewuchs ist die andere Kategorie: Seepocken, Röhrenwürmer, Moostierchen und Seescheiden, also hartschalige Organismen, die fest sitzen und den Strömungswiderstand erhöhen. Wenn ein Fouling-Release-System überzeugen muss, dann zuerst hier, beim harten Bewuchs.

Wer ENDURES ist, und warum Den Helder hart prüft

ENDURES B.V. ist ein unabhängiges marines Forschungsinstitut in Den Helder, Niederlande, spezialisiert auf Biofouling, Korrosion und Beschichtungstests. Auftraggeber sind Werften, Reedereien, Beschichtungshersteller und Behörden.

Der Test lief über 7 Monate im Tidenhafen von Den Helder, einem Nordsee-Revier mit hohem Bewuchsdruck. Entscheidend ist die Art der Auslagerung: Die Paneele lagen stationär im Wasser, ohne Fahrtwind und ohne Wellenbewegung. Das ist anspruchsvoller als der reale Fahrbetrieb, denn genau die Scherkräfte, die ein Fouling-Release-System im Einsatz unterstützen, fehlen hier. Wer unter diesen Bedingungen besteht, hat im normalen Bootsalltag mit Strömung und Fahrt eher weniger Bewuchs, nicht mehr. Was der Test zeigt, ist damit eher die Untergrenze der Leistung als die Bestmarke.

Das Testdesign in Kürze

Parameter Angabe
Dauer 7 Monate, Juli 2024 bis Februar 2025, sechs Inspektionen (T1 bis T6)
Revier Tidenhafen Den Helder, Nordsee, stationäre Auslagerung in drei Tiefen
Bewertung Visuell nach ASTM D6990 und ECHA-Guidance
Farben Bronze, Blau, Grau, Schwarz, jeweils in dreifacher Replikation
Vergleich Unbeschichtete Kontrollpaneele
Reinigungstest Nach 18 Wochen (T4), nur Meerwasser und weiches Tuch, viermal in eine Richtung

Was der Test zeigt

Der Report trennt sauber zwischen belegtem Befund und Interpretation. Genau diese Trennung halten wir hier durch.

Makrobewuchs blieb auf maximal 10 Prozent

Der wichtigste Befund zuerst: Über die gesamte Auslagerung blieb der Makrobewuchs auf den beschichteten Paneelen auf maximal rund 10 Prozent begrenzt. Die unbeschichtete Kontrolle daneben war durchgehend nahezu vollständig von Seescheiden bedeckt. Dieser Abstand entstand ohne ein einziges Biozid und unter stationärer Auslagerung, also im für ein Fouling-Release-System ungünstigsten Szenario.

Zur ehrlichen Einordnung: Der Report beschreibt die anfängliche Fähigkeit, Makrobewuchs zu verhindern, als moderat und führt den Rückgang gegen Ende auch auf sinkende Wassertemperaturen zurück. Diese Temperaturen galten aber für die Kontrolle genauso, und die blieb fast vollständig bewachsen. Der Abstand zwischen Beschichtung und Kontrolle geht also auf das System zurück, nicht auf die Jahreszeit.

Die Farben verhielten sich gleich

Zwischen Bronze, Blau, Grau und Schwarz zeigte sich kein Unterschied in der Wirksamkeit. Die Farbwahl ist damit eine reine Frage der Optik, kein Kompromiss beim Schutz.

Der Release-Effekt war sichtbar

Besonders zu Saisonbeginn, in der Hauptphase der Seepocken, hafteten viele Organismen nur lose. Beim Anheben der Racks lösten sie sich seitlich von der Oberfläche. Das ist das sichtbare Zeichen der niedrigen Oberflächenenergie und genau das Verhalten, das ein Fouling-Release-System zeigen soll. 

Biofilm nahm über die Zeit zu

Hier gehört Ehrlichkeit dazu. Der Biofilm auf den Paneelen nahm über die sieben Monate zu, der Report wertet das als relativ geringe Fähigkeit der Beschichtung, Biofilm zu verhindern. Das ist bei stationärer Auslagerung ohne Fahrtwind und Wellen erwartbar, weil die ablösenden Scherkräfte fehlen, die im Fahrbetrieb wirken. Der Report selbst gewichtet Biofilm niedriger und rechnet ihn nicht in die Makrobewuchs-Abdeckung ein, weil er den Strömungswiderstand weniger beeinflusst als harter Bewuchs. Im Test ließ er sich zudem leichter entfernen als von der Kontrolle. F2 EcoHull hält den Rumpf also nicht steril, das ist nicht das Ziel. Es hält den kritischen Hartbewuchs niedrig und macht den Rest beherrschbar.

Harter Bewuchs siedelte nur selten an

Die gute Nachricht steht so im Report: Die Ansiedlung von Hartbewuchs war über die gesamte Zeit selten. Die Ausnahme waren Röhrenwürmer und Moostierchen. Wie stark sie hafteten, hat der Test nicht gemessen. ENDURES und Hersteller halten beide ausdrücklich fest, dass keine Ablösekraft erhoben wurde. Aussagen zur Haftstärke treffen wir deshalb nicht.

Beim Reinigen kam Weichbewuchs leichter ab

Im Reinigungstest nach 18 Wochen ließen sich Biofilm und Weichbewuchs von den beschichteten Paneelen leichter und gründlicher entfernen als von der Kontrolle. Beim Hartbewuchs war kein sauberer Vergleich möglich, weil die Kontrolle fast vollständig von Seescheiden bedeckt war. 

Ein Blick auf die Inspektionen

Inspektion T1 nach vier Wochen, beschichtetes Paneel neben unbeschichteter Kontrolle
T1, 4 Wochen: Viel Biofilm in der warmen Saisonspitze, die Kontrolle zeigt bereits stärkeren Algen- und Seescheidenbewuchs.
Inspektion T3 nach zwölf Wochen, teilweise gelöster Bewuchs beim Bergen der Paneele
T3, 12 Wochen: Seepocken und Seescheiden lösten sich teils schon beim Bergen, die Kontrolle ist nahezu vollflächig bewachsen.
Inspektion T4 nach achtzehn Wochen, Reinigungstest mit Vorher-Nachher-Vergleich
T4, 18 Wochen: Reinigungstest mit Meerwasser und weichem Tuch. Vorher und Nachher zeigen die bessere Reinigbarkeit gegenüber der Kontrolle.
Inspektion T6 nach dreißig Wochen, niedriger Makrobewuchs trotz dickerem Biofilm
T6, 30 Wochen: Trotz dickerem Biofilm bleibt der Makrobewuchs niedrig, zwischen den Farben kein Unterschied.

Was das für deine Saison bedeutet

Aus den Beobachtungen lässt sich ein einfacher Saisonfahrplan ableiten. Wichtig zur Einordnung: Den Nutzen einer frühen Reinigung formuliert der Report als möglich, nicht als belegt. Wir empfehlen ihn als sinnvolle Praxis, nicht als Studienergebnis.

1 Nach dem Auftragen aushärten lassen
In Betrieb nehmen. Die volle Fouling-Release-Leistung wird nach 8 bis 12 Wochen im Wasser erreicht.
2 Woche 8 bis 12: einmaliger, sanfter Early-Clean
Rumpf im Wasser mit weichem Tuch oder Schwamm abwischen, um frühen Biofilm zu entfernen und eine spätere Besiedlung durch Makroorganismen zu erschweren.
3 Danach bedarfsgerecht nachreinigen
Je nach Revier reichen oft 1 bis 2 sanfte Reinigungen pro Saison.
4 Winterlager: kontrollieren statt neu lackieren
Kein jährliches Neulackieren nötig. Fläche prüfen, bei Bedarf punktuell reinigen.
Einordnung

Den Helder ist ein anspruchsvolles Testrevier. Wer dort gut abschneidet, hat in vielen anderen Gebieten tendenziell weniger Aufwand. Der Early-Clean ist eine Praxisempfehlung, kein Messergebnis aus diesem Test.

Was der Test nicht misst

Damit die Einordnung fair bleibt: Dieser Test bewertet Bewuchs, sonst nichts. Er sagt nichts über Geschwindigkeit oder Treibstoffverbrauch, denn die hat ENDURES nicht erhoben. Aussagen dazu leiten wir hier bewusst nicht ab. Er misst auch nicht die Ablösekraft des Hartbewuchses, also gibt es keine Zahlen zur Haftstärke. Und die Umweltverträglichkeit ist nicht Gegenstand dieses Reports. Dafür gibt es einen separaten toxikologischen Bericht. Toxikologie-Bericht →

Was bleibt

Unterm Strich bestätigt der ENDURES-Test den Anspruch des Systems. In einem harten, stationären 7-Monats-Test in der Nordsee blieb der Makrobewuchs auf der Beschichtung niedrig, während die unbeschichtete Kontrolle zuwuchs, und die Fläche ließ sich mit geringem Aufwand sauber halten, ganz ohne Biozide. 

Erfahre mehr über F2 EcoHull

Alle Details zum getesteten Produkt findest du hier: F2 EcoHull →