Hinweis: Die folgenden Punkte sind ausschließlich als Empfehlungen zu verstehen. Da wir die Gegebenheiten vor Ort nicht kennen, liegt die Verantwortung für die sichere Durchführung aller Hebe- und Lagerarbeiten beim Kranführer, der Werft und dem verantwortlichen Personal vor Ort.
Warum F2 EcoHull besondere Sorgfalt erfordert
Dieser Artikel vertieft das Kranen, Aufbocken und Trailern aus der vollständigen F2 EcoHull Anleitung. Es geht um das Handling des Bootes an Land, nachdem die Beschichtung aufgetragen ist.
F2 EcoHull ist ein Fouling-Release-System, kein konventionelles Antifouling. Statt Bioziden wirkt es durch eine extrem glatte, reibungsarme Oberfläche, die Bewuchs das Anhaften erschwert. Genau diese Glätte macht die Beschichtung so wirksam – sie hat aber auch direkte Konsequenzen für den Umgang mit dem Boot an Land.
Bei konventionellen Antifoulings greifen Krangurte und Stützen durch Reibung an der Rumpfoberfläche. Bei F2 EcoHull ist diese Reibung konstruktionsbedingt deutlich reduziert. Das bedeutet: Krangurte können beim Heben leichter auseinandergleiten, und Stützen neigen im Laufe der Zeit stärker zum Verschieben.
Die nachfolgenden Maßnahmen sollen diese reduzierte Oberflächenreibung gezielt ausgleichen. Sie sind unkompliziert umzusetzen, sollten aber vor jedem Hebevorgang bekannt sein und angewendet werden.
Krangurte gleiten auf einer F2 EcoHull-Oberfläche deutlich leichter als auf konventionellem Antifouling. Stützen sind stärker gefährdet zu verrutschen oder wegzuwandern. Beide Risiken erfordern aktive Gegenmaßnahmen – Bewusstsein allein reicht nicht aus.
Aushärtezeit vor dem Kranen
Nach dem Auftragen des Top Coats benötigt die Beschichtung Zeit, um druckfest zu werden, bevor sie das Gewicht des Bootes in den Krangurten sicher tragen kann. Zu frühes Kranen kann zu dauerhaften Verformungen oder Schäden an der Beschichtung an den Gurtkontaktpunkten führen.
| Zeitpunkt | Zustand | Bedeutung |
|---|---|---|
| ~4 Stunden | Grifffest | Nicht ausreichend fürs Kranen |
| 36 Stunden | Druckfest | Mindestwartezeit vor dem Kranen |
| Ab Grifffest | Aushärtung aktiv | Oberfläche leicht mit Wasser befeuchten – beschleunigt die Aushärtung |
Die Beschichtung kann sich nach 4 Stunden trocken anfühlen, ist aber noch nicht widerstandsfähig genug gegen die punktuelle Last der Krangurte. Bei frisch aufgetragenen Beschichtungen unbedingt die vollen 36 Stunden abwarten.
Wurde die Beschichtung bereits vor mehreren Tagen aufgetragen und steht das Boot seitdem auf Stützen, ist die 36-Stunden-Frist bereits abgelaufen – es ist kein weiteres Warten erforderlich.
Krangurt-Setup – Checkliste
Das Hauptrisiko beim Kranen ist, dass die Gurte auf der glatten Rumpfoberfläche auseinandergleiten. Bitte die folgende Checkliste vor dem Anlegen der Gurte durchgehen.
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Am wichtigstenKrangurte miteinander verbinden – die Gurte unterhalb des Rumpfes miteinander fixieren, damit sie beim Heben nicht auseinandergleiten können. Bei konventionellem Antifouling hält die Reibung die Gurte oft von selbst an Ort und Stelle – bei F2 EcoHull ist darauf kein Verlass.
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Beschichtung schützenMalervlies oder vergleichbar weiches Polstermaterial zwischen jeden Gurt und die Rumpfoberfläche legen. Das verteilt die Last auf eine größere Fläche und verhindert direkte Abriebschäden an der Beschichtung. Harte Kanten, Schnallen oder körnige Flächen im direkten Kontakt mit dem Rumpf vermeiden.
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Gurtzustand prüfenKrangurte müssen sauber und frei von Sand, Schmutz oder scharfen Kanten sein. Schleifpartikel zwischen Gurt und Rumpf zerkratzen die Beschichtung beim Hebevorgang – auch wenn Vlies verwendet wird. Gurte vor dem Einsatz kontrollieren und bei Bedarf reinigen.
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Aushärtezeit bestätigtBei frisch beschichteten Booten: Seit dem Auftragen des Top Coats sind mindestens 36 Stunden vergangen. Bei bereits früher beschichteten Booten, die auf Stützen stehen, entfällt diese Wartezeit.
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Klebrigkeit erwartetDer Top Coat kann sich leicht klebrig anfühlen – das ist völlig normal und verschwindet, sobald das Boot im Wasser ist. Die Oberfläche nicht abwischen, schleifen oder anderweitig behandeln.
Standard-Malervlies ist in jedem Baumarkt erhältlich und gut geeignet. Auch Umzugsdecken oder Schaumstoffmatten funktionieren. Ziel ist Polsterung und Lastverteilung – nicht Griffigkeit.
Landlagerung auf Stützen
Die gleiche Oberflächeneigenschaft, die beim Kranen zum Gleiten der Gurte führt, betrifft auch die Stützen. Die Kontaktpunkte am Rumpf bieten weniger Halt als bei konventionellem Antifouling – Stützen können sich daher langsam verschieben oder wegwandern, besonders wenn der Untergrund nicht vollständig eben ist oder Erschütterungen durch Fahrzeuge oder Maschinen in der Nähe auftreten.
Das Risiko ist unter normalen Bedingungen nicht dramatisch, aber real – und muss aktiv gemanagt werden, besonders bei längeren Lagerzeiten.
Eine Stütze, die beim Aufstellen stabil wirkt, kann sich durch die geringe Oberflächenreibung über Stunden oder Tage langsam verschieben. Physische Sicherung – nicht nur sorgfältige Positionierung – ist notwendig.
Stützen sichern – Maßnahmen
Die folgenden Maßnahmen sollten kombiniert eingesetzt werden. Je mehr davon umgesetzt sind, desto stabiler ist das Boot gesichert – besonders bei längeren Standzeiten oder exponierten Lagerplätzen.
Weiches Polstermaterial (Malervlies, Gummimatten oder Schaumstoff) zwischen Stützenkopf und Rumpf ist grundsätzlich empfehlenswert. Bei F2 EcoHull schützt es zusätzlich die glatte Oberfläche vor Eindrücken oder Kratzern an den Kontaktpunkten.
Kurzes Herausnehmen (1–2 Tage, geschützte Werft): Maßnahmen 1 und 2 genügen. Lagerung über eine Woche oder länger: zusätzlich Maßnahme 3. Exponierter Lagerplatz, Winterlager oder windzugänglicher Standort: alle vier Maßnahmen umsetzen.
Trailern statt Kranen
Wird das Boot getrailert statt gekrant, gelten dieselben Grundsätze: Die reduzierte Oberflächenreibung von F2 EcoHull betrifft Bunks, Rollen und Zurrgurte genauso wie Krangurte. Zusätzlich wirken beim Fahren Längskräfte durch Bremsen und Beschleunigen.
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AushärtezeitBei frisch beschichtetem Rumpf vor dem Auflegen auf Bunks oder Rollen mindestens 36 Stunden nach dem Top Coat abwarten. Die Beschichtung muss druckfest sein, bevor sie Last trägt. Bei bereits früher beschichteten Booten entfällt diese Wartezeit.
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Auflagen schützenBunks, Rollen und Zurrgurte sauber und frei von Sand oder scharfen Kanten halten. Weiches Polster (Malervlies, Schaumstoff) zwischen Auflage und Rumpf verteilt die Last und schützt die glatte Oberfläche.
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LängssicherungBug und Heck konsequent sichern: Bug über das Bugauge zur Winde, Heck mit Niederzurrgurten. Auf konventionellem Antifouling hält die Reibung das Boot eher in Position – bei F2 EcoHull ist darauf kein Verlass.
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Klebrigkeit beachtenSteht ein frisch beschichteter Rumpf länger auf Bunk-Teppich, kann der noch klebrige Top Coat Abdrücke annehmen. Polster dazwischenlegen. Die volle Aushärtung erfolgt ohnehin erst im Wasser.
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Auflageflächen nacharbeitenDie Bunk- und Rollen-Kontaktflächen werden wie die Stützenpunkte behandelt: schleifen, reinigen und überlappend nachbeschichten. → Stützenpunkte nachbehandeln
Stützenpunkte nachbehandeln
Die Bereiche, an denen die Stützen den Rumpf berührt haben, werden bei der Hauptapplikation ausgespart. Sobald das Boot in den Krangurten hängt, sind diese Stellen zugänglich und müssen vor dem Zuwasserlassen nachbehandelt werden.
Geht eine Beschädigung über die reine Nacharbeit der Stützenpunkte hinaus – etwa Kratzer oder Abplatzer durch das Handling: Unsere Reparaturanleitung zeigt das Vorgehen Schritt für Schritt. Reparaturanleitung →
Sobald das Boot im Wasser ist, übernimmt die laufende Pflege. Wie du F2 EcoHull über die Saison sauber und leistungsfähig hältst, steht im Pflege-Guide. Pflege-Guide →

