F2 OptiProp auftragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Propeller und Antriebe

F2 OptiProp auftragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Propeller und Antriebe

Das Wichtigste vorab:

F2 OptiProp ist ein Fouling-Release-System für Propeller und Antriebe, keine konventionelle Antifouling-Farbe. Richtig aufgetragen entsteht eine ultraglatte Oberfläche, an der Bewuchs schlecht haftet und sich leicht entfernen lässt. Die Anwendung ist auch in Eigenregie machbar, solange du die Anleitung exakt befolgst.

Das System im Überblick

F2 OptiProp ist die Hochleistungs-Beschichtung für Propeller und Antriebsteile. Sie haftet auf blankem Metall (Edelstahl, Bronze, NiBrAl, Aluminium) und auf Kunststoff und ist speziell für die drehenden und stark umströmten Teile gemacht, auch für Falt- und Drehflügelpropeller. Für den Rumpf und große Unterwasserflächen ist F2 EcoHull zuständig. Beide Systeme arbeiten biozid- und lösungsmittelfrei und basieren auf der Zeronic™-Technologie.

OptiProp oder EcoHull am Antrieb

OptiProp lässt sich auf allen Antriebs- und Anbauteilen einsetzen. Wird der Rumpf ohnehin mit EcoHull beschichtet, ist es an den statischen, rumpfnahen Teilen aber sauberer und optisch einheitlicher, sie gleich mit EcoHull mitzumachen. Propeller und Welle, also die drehenden Teile, bekommen immer OptiProp.

Bauteil Empfehlung
Propeller F2 OptiProp
Welle F2 OptiProp
Saildrive- oder Z-Antrieb OptiProp möglich; im EcoHull-Verbund schöner mit EcoHull
Trimmklappen OptiProp möglich; im EcoHull-Verbund schöner mit EcoHull
Ruder Meist mit dem Rumpf in EcoHull
Bugstrahlruder Propeller mit OptiProp, Tunnel mit dem Rumpf in EcoHull

Die vier OptiProp-Komponenten

Produkt Funktion
Surface Activation Fluid Entfettet und aktiviert das blanke Metall direkt vor dem Primer. Verhindert Haftungsprobleme durch Fett und Rückstände.
Super Bond Primer Zweikomponentiger Haftgrund (BASE + ACTIVATOR). Versiegelt das Metall und bildet die hochfeste Basis für das System.
Intermediate Tie Coat Schwarze Zwischenschicht. Verbindet Primer und Top Coat und sorgt für die Schichthaftung.
Top Coat Bronzefarbene Funktionsschicht. Erzeugt die ultraglatte Fouling-Release-Oberfläche.
Falt- und Drehflügelpropeller

Beschichtbar, aber die bewegliche Mechanik (Gelenke, Lagerflächen, Naben) darf nicht beschichtet werden und muss frei beweglich bleiben. Diese Bereiche vor dem Auftragen abkleben.

Typischer Ablauf

Phase Was passiert Schritte
Vorbereitung Anoden und Mechanik schützen, reinigen, auf blankes Metall schleifen 1–3
Bedingungen & Entfetten Wetter prüfen, mit Surface Activation Fluid entfetten 4–5
Beschichtung Super Bond Primer, Intermediate Tie Coat, Top Coat (je 4–6 h Abstand) 6–8
Abschluss Anoden montieren, Freigängigkeit prüfen 9
Wassern 24 h warten, Propeller 3 Tage nur vorsichtig nutzen (kein Vollgas) 9
Flexible Planung

Der Super Bond Primer muss innerhalb von 24 Stunden mit dem Intermediate Tie Coat überarbeitet werden. Intermediate Tie Coat und Top Coat haben kein maximales Überarbeitungsintervall, solange die Oberfläche sauber, trocken und staubfrei bleibt.

Was du brauchst

F2 OptiProp Kit

  • F2 OptiProp Super Bond Primer BASE + ACTIVATOR

  • F2 OptiProp Intermediate Tie Coat

  • F2 OptiProp Top Coat

  • F2 OptiProp Surface Activation Fluid + 2 fusselfreie F2 Tücher
Menge

Ein 3×250 ml Kit deckt ca. 2,5 m² Propeller- und Antriebsfläche ab. Für große oder mehrere Antriebe entsprechend mehr bestellen. Fragen zur Menge? →

Werkzeug & Material

  • Schleifmaschine oder Winkelschleifer mit Korn P80

  • Messbecher mit ml-Skala und Rührstab 150:100 nach Volumen

  • Hochwertiger Pinsel oder Schaumstoffrolle Keine langflorigen Rollen

  • Abklebeband, Handschuhe, Schutzbrille, Schutzanzug, Maske (empfohlen)
Schritt 1

Anoden & Mechanik schützen

1 Anoden abkleben oder entfernen
Anoden, Wellendichtungen, Lager und Gewinde werden nicht beschichtet. Sauber abkleben.
2 Bewegliche Mechanik abkleben
Bei Falt- und Drehflügelpropellern Gelenke, Lagerflächen und Naben abdecken. Sie müssen frei beweglich bleiben.
Anoden brauchen blankes Metall

Anoden niemals überstreichen. Sie funktionieren nur mit direktem Kontakt zu blankem Metall.

Schritt 2

Reinigen

Bewuchs, Pocken und Kalk vollständig entfernen. Bei hartnäckigen Ablagerungen bei Bedarf mit Säure reinigen, anschließend gründlich mit Frischwasser spülen und trocknen lassen.

Schritt 3

Schleifen auf blankes Metall

1 Maschinell mit Korn P80 schleifen
Bis auf blankes, gleichmäßiges Metall. Alle dunklen Oxidationsschatten müssen weg.
2 Profil nicht verändern
Die Geometrie des Propellers bleibt unangetastet. Gleichmäßig anrauen, nicht abtragen.
3 Staub und Rückstände restlos entfernen
Abblasen oder abwischen. Auf der Fläche darf kein Schleifstaub bleiben.
Handschliff genügt nicht

Verwende eine Maschine. Reiner Handschliff erreicht das blanke Metall und den gleichmäßigen Haftgrund nicht zuverlässig.

Schritt 4

Bedingungen prüfen

Bedingung Anforderung
Lufttemperatur > 10°C während Auftrag und Aushärtung.
Oberflächentemperatur Mindestens 3°C über dem Taupunkt. Kondensation vermeiden.
Luftfeuchte Maximal 90%. Oberfläche muss trocken sein.
Wetter Kein Regen, keine Kondensation während Auftrag und Trocknung.
Kältefalle

Metall speichert Kälte länger als Luft. Stelle sicher, dass die Propellertemperatur über dem Taupunkt liegt, sonst bildet sich unsichtbare Kondensation und die Beschichtung haftet nicht. Schneller Test: mit dem Handrücken über das Metall fahren. Fühlt es sich kühl-feucht an, noch warten.

Schritt 5

Entfetten mit Surface Activation Fluid

Fett und Rückstände sind die häufigste Ursache für Haftungsprobleme. Dieser Schritt ist wichtiger, als er aussieht.

1 F2 Tuch #1 tränken und gründlich wischen
Mit Surface Activation Fluid das blanke Metall vollständig abwischen, um Öle und Verunreinigungen zu lösen. Immer in eine Richtung wischen, nicht hin und her, sonst verteilst du das Gelöste nur wieder.
2 Mit F2 Tuch #2 sofort trocken nachwischen
Bevor die Flüssigkeit verdunstet, ebenfalls in eine Richtung und mit einer sauberen Tuchseite nachwischen. Die Oberfläche muss danach „quietschsauber“ sein.
3 Nicht mehr mit bloßer Haut berühren
Hautfette verunreinigen die Fläche. Primer so schnell wie möglich auftragen, um Oxidation zu verhindern.
Entflammbar – gut belüften

Surface Activation Fluid ist entflammbar. Von Zündquellen fernhalten und für gute Belüftung sorgen.

Schritt 6

F2 OptiProp Super Bond Primer auftragen

Topfzeit beachten

Nach dem Mischen: maximal 30 Minuten bei 20°C. Je wärmer, desto kürzer. Nur so viel anmischen, wie du in dieser Zeit verarbeiten kannst.

6A – Anmischen

1 Zuerst die BASE aufrühren
Die BASE gründlich und homogen aufrühren. Nicht verdünnen.
2 BASE + ACTIVATOR im Verhältnis 150:100 mischen
Im Messbecher 150:100 nach Volumen abmessen (150 BASE zu 100 ACTIVATOR), den ACTIVATOR zur BASE geben und gründlich vermischen, bis das Gemisch gleichmäßig ist.
3 2 Minuten ruhen lassen, dann auftragen
So entweichen Luftblasen. Danach zügig verarbeiten, die Topfzeit läuft.

6B – Auftragen

1 Eine dünne Schicht gleichmäßig ausstreichen
Mit dem Pinsel auftragen und glatt ausstreichen, größere Flächen mit der Schaumstoffrolle. Zielschichtdicke 100 µm. Nicht zu dick, sonst bilden sich Läufer.
2 Propeller drehen, um alle Stellen zu erreichen
Welle in den Leerlauf, Propeller drehen, damit auch verdeckte Stellen und die Unterseite beschichtet werden.
Glattes Ergebnis ist entscheidend

Ausstreichen heißt: das Material nach dem Auftragen mit leichten, gleichmäßigen Zügen glatt ziehen, an Kanten nach außen. Die Fouling-Release-Wirkung lebt von einer spiegelglatten Oberfläche. Achte auf eine gleichmäßige Schicht ohne Läufer, Nasen, Narben oder Fehlstellen. Das gilt für alle drei Schichten.

Trockenzeit
Mindestens vor Intermediate Tie Coat 4–6 Stunden (grifffest)
Maximum 24 Stunden
Länger als 24 Stunden gewartet? Mit P180 anschleifen und entfetten, dann Intermediate Tie Coat auftragen
Grifffest-Test

Mit behandschuhtem Finger antippen: Hinterlässt der Finger einen leichten Abdruck, ohne dass Material am Finger kleben bleibt, ist die Schicht bereit für den nächsten Schritt. Klebt noch Material am Finger, weiter warten.

Schritt 7

F2 OptiProp Intermediate Tie Coat auftragen

1 Gut umrühren – nicht verdünnen
Der Intermediate Tie Coat ist gebrauchsfertig. Vor Gebrauch gründlich aufrühren.
2 Eine Schicht über den grifffesten Primer auftragen
Mit dem Pinsel auftragen und glatt ausstreichen, größere Flächen mit der Schaumstoffrolle. Vollständig deckend, ohne Läufer. Grifffest nach 4–6 Stunden.
Überarbeitung

Kein maximales Überarbeitungsintervall, solange die Oberfläche sauber, trocken und staubfrei bleibt. Der Intermediate Tie Coat lässt sich nur mit sich selbst oder dem Top Coat überarbeiten, nicht mit Fremdprodukten.

Schritt 8

F2 OptiProp Top Coat auftragen

1 Gut umrühren – nicht verdünnen
Top Coat gründlich aufrühren und satt, aber gleichmäßig auftragen.
2 An den Flügelkanten nach außen ausstreichen
So vermeidest du dicke Wülste und Läufer an den Kanten. Ziel ist eine spiegelglatte, gleichmäßige Oberfläche.
3 Tropfen sofort korrigieren
Läufer direkt nach dem Entstehen glätten. Grifffest nach 4–6 Stunden.
Schritt 9

Anoden, Freigängigkeit & Wassern


  • Wichtigster PunktAnoden montieren – kein Beschichtungsrest auf Anoden, Wellendichtungen oder Gewinden. Kontakt zu blankem Metall sicherstellen.

  • Freigängigkeit prüfen: Propeller und Welle müssen frei drehen. Bei Falt-/Drehflügelpropellern auch die Mechanik auf freie Bewegung prüfen.

  • Vor dem Wassern mind. 24 Stunden warten.

  • Propeller 3 Tage lang nur schonend betreiben, kein Vollgas. Erst danach ist die Beschichtung voll ausgehärtet.
Schritt 10

Pflege & Standzeit

Niemals

Niemals Metallspachtel, Scheuerschwämme oder aggressive Chemikalien. Bewuchs nur mit weichem Tuch, weicher Bürste oder Schwamm entfernen.

Standzeit & UV

Längere Standzeit an Land und UV-Einstrahlung sind unproblematisch. OptiProp verliert seine Wirkung im Winterlager nicht.

Haltbarkeit & Entfernung

Bei richtiger Anwendung und Pflege schützt OptiProp über mehrere Saisonen. Muss die Beschichtung entfernt werden, etwa für Wartungsarbeiten, geht das mit dem F2 Remover. Support kontaktieren →

Häufige Fragen

Für welche Propeller und Materialien ist F2 OptiProp geeignet?

Für Edelstahl, Bronze, NiBrAl, Aluminium und Kunststoff, ebenso für Falt- und Drehflügelpropeller. Wichtig: die bewegliche Mechanik nicht beschichten, sie muss frei beweglich bleiben.

Wie lange hält F2 OptiProp?

Bei richtiger Anwendung und Pflege über mehrere Saisonen. Anders als bei konventionellem Antifouling entfällt das jährliche Abschleifen und Neulackieren.

Was tun, wenn ich das 24-Stunden-Fenster des Primers verpasse?

Die ausgehärtete Primerschicht erneut mit P180 anschleifen, mit Surface Activation Fluid entfetten und dann den Intermediate Tie Coat auftragen. Nicht über Primer auftragen, der länger als 24 Stunden stand.

Wie reinige ich den beschichteten Propeller?

Nur mit weichem Tuch, weicher Bürste oder Schwamm. Niemals Metallspachtel oder Scheuerschwämme verwenden. An der glatten Oberfläche löst sich Bewuchs leicht.