Anleitung

F2 EcoHull auftragen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

F2 EcoHull auftragen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Wichtigste vorab:

F2 EcoHull ist ein spezielles Fouling-Release-System – kein klassischer Antifouling-Anstrich. Richtig aufgebaut, erhältst du eine sehr glatte, robuste Oberfläche, die sich leicht reinigen lässt, dein Boot schneller durchs Wasser gleiten lässt (Spritersparnis) und über viele Saisons zuverlässig vor Bewuchs schützt.

Die Anwendung ist auch für DIY-Eigner gut machbar, wenn du die Anweisungen exakt befolgst. Abweichungen können zu schlechter Haftung oder Ablösung führen.

Das System auf einen Blick

F2 EcoHull eignet sich für Rümpfe aus GFK, Carbon, Aluminium, Stahl und Holz – und lässt sich auf dem gesamten Unterwasserschiff einsetzen: Rumpf, Saildrive, Ruder, Borddurchlässe und Trimmklappen. Kurz: alles unter der Wasserlinie, außer Propeller und Welle. Dafür gibt es F2 OptiProp – speziell für rotierende Teile entwickelt.

Produkt Was es tut
F2 Degreasing Solution Lösemittelfreie Reinigung des Untergrunds vor dem Streichen – verhindert Haftungsprobleme durch Fett und Rückstände.
F2 EcoPrimer Zweikomponenten-Epoxidharz. Versiegelt den alten Untergrund und dient als Haftvermittler beim Wechsel von bisherigem Antifouling auf F2 EcoHull
Nur Szenario A – siehe unten
F2 EcoHull Adhesive Coat 1K-Hybrid-Polymer. Verbindet den Untergrund mit dem Top Coat, gibt dem System seine Farbbasis und bildet den robusten Haftgrund für den Fouling-Release-Effekt.
F2 EcoHull Top Coat 1K-Hybrid-Polymer. Bildet eine hochglänzende, ultra-glatte, wasserabweisende Oberfläche, die das Ansiedeln von Bewuchs extrem erschwert (Fouling-Release). Der Top Coat ist transparent - mit oder ohne Sparkle-Effekt.
Sparkle-Tipp

Wähle den Top Coat mit Sparkle-Effekt. Du siehst beim Auftragen sofort, wo noch Material fehlt. Der Gloss Top-Coat (ohne Sparkle-Effekt) gibt keine Schichtindikation und ist daher schwieriger aufzutragen – nicht empfohlen für DIY.

Wie viele Schichten?

Von jedem F2-Produkt wird in der Regel nur eine Schicht gestrichen, also je eine Lage EcoPrimer, Adhesive Coat und Top Coat. Anders als bei klassischem Antifouling baust du keine mehreren Lagen auf.

Typischer Ablauf – wie viele Tage brauchst du?

Tag Was passiert
Tag 1 Vorbereitung & Schleifen (Schritt 1)
Tag 2 Reinigen + Primer auftragen (Schritt 3–4)
Tag 3 Adhesive Coat + Top Coat auftragen (Schritt 5–6)
Tag 4 Wartezeit – mind. 36 Stunden vor Kranen/Trailern/Umbocken
Tag 5 Umkranen + Stützenbereiche nacharbeiten (Schritt 7–8)
Ab Tag 5 Einwassern möglich sobald Top Coat grifftrocken (Schritt 9)
Flexibel planbar

Die Schritte müssen nicht an aufeinanderfolgenden Tagen erfolgen – mit einer wichtigen Ausnahme: Der F2 EcoPrimer muss binnen 24 Stunden mit dem Adhesive Coat überarbeitet werden, sonst muss die Fläche erneut angeschliffen und gereinigt werden. Adhesive Coat und Top Coat dagegen haben kein maximales Überarbeitungsintervall – hier kannst du auch mehrere Tage Pause einlegen, solange die Oberfläche sauber, trocken und staubfrei bleibt. Mehr dazu erfährst du in → Schritt 1.

Was du brauchst – Checkliste

F2 EcoHull Kit

  • F2 EcoPrimer BASE + ACTIVATOR Nur Szenario A – siehe unten

  • F2 EcoHull Adhesive Coat

  • F2 EcoHull Top Coat

  • F2 Degreasing Solution
Berechne die passende Kit-Größe für dein Boot

Die benötigte Menge hängt von der Rumpffläche deines Boots ab. Unser Flächenrechner ermittelt sie in Sekunden – und zeigt dir direkt, welches Kit passt. Flächenrechner →

Dosen geschlossen halten

Dosen erst öffnen, wenn du mit dem Auftragen beginnst – nicht vorher. Nach dem Befüllen der Farbwanne Dose sofort wieder verschließen. Geöffnete Dosen innerhalb von 5 Tagen aufbrauchen. Ungeöffnet sind die Produkte 12 Monate haltbar.

Werkzeug & Material

  • Exzenterschleifer + Schleifpapier P60–P80 und P180–P220

  • Rühraufsatz für den Akkuschrauber Für Adhesive und Top Coat

  • Mischbecher mit Mengenmarkierung Nur für F2 EcoPrimer

  • ausreichend Farbwannen

  • hochwertige Schaumstoffrollen keine Langflor-Rollen

  • Kleine Pinsel für Kanten und Ecken

  • Hochwertiges Klebeband / Abdeckband

  • Saubere Schwämme, Tücher und/oder Bürste

  • Eimer Für Wasser beim Reinigungsschritt

  • Persönliche Schutzausrüstung
Applikationsset

Rollen, Farbwannen und weiteres Zubehör gibt es direkt als F2 Applikationsset →

Werkzeuge sofort reinigen

Schaumstoffrollen, Pinsel und Farbwannen können nicht wiederverwendet werden. Sonstige Werkzeuge sofort nach Gebrauch mit einem Papiertuch abwischen – solange die Beschichtung noch nass ist. Falls nötig, mit Aceton nachwischen, aber Vorsicht: Acetonrückstände können die Haftung beeinträchtigen. Einmal ausgehärtet lässt sich die Beschichtung nicht mehr lösen – dann hilft nur noch Abkratzen.

Schritt 1

Untergrundvorbereitung

Die Untergrundvorbereitung ist der wichtigste Schritt der ganzen Anwendung. Die Beschichtung ist nur so gut wie der Haftgrund darunter. Ein schlechter Haftgrund führt zu Ablösungen, Abplatzern und Blasenbildung und kann durch Unebenheiten die Leistung mindern. Wer ein Ergebnis über 5+ Jahre will, spart hier nicht.

Welches Szenario trifft auf dich zu?

Altes Antifouling vorhanden: Szenario A. Blanker oder neuer Rumpf: Szenario B.

Szenario A – Rumpf hat altes Antifouling drauf

Du Brauchst: F2 EcoPrimer

Du bist in Szenario A, wenn dein Rumpf derzeit einen alten Antifoulinganstrich trägt und du keinen kompletten Neuaufbau deines Unterwasserschiffs planst, sondern auf den alten Anstrich aufbauen möchtest. Dann ist der F2 EcoPrimer als Konversionsschicht erforderlich. Er versiegelt den vorbereiteten Untergrund und wirkt als Haftvermittler zwischen dem Altanstrich und dem F2 EcoHull Adhesive Coat. 

1 Analyse
Verschaffe dir zuerst einen Überblick, in welchem Zustand dein Unterwasserschiff aktuell ist. Wie fest haftet der Altanstrich, gibt es feuchte, lose, weiche, rostige oder spröde Stellen, und ist Silikon oder Teflon im Spiel? Davon hängt ab, wie viel runter muss.
2 Lose Schichten entfernen
Sämtliches feuchtes, loses, weiches, rostiges oder sprödes Material muss bis auf einen tragfähigen, glatten, sauberen und trockenen Untergrund entfernt werden, durch Schleifen, Sand- oder Eisstrahlen oder Beizen. Beschichtungen auf Silikon- oder Teflon-Basis müssen restlos entfernt werden.
Empfehlung

Alte Antifouling-Anstriche sollten möglichst vollständig bis auf die darunterliegende Sperrschicht entfernt werden. Je sauberer die Basis, desto besser und langlebiger die Haftung von F2 EcoHull.

Sonderfall: Coppercoat

Schleifen, bis die grüne Oxidationsschicht vollständig entfernt ist, der Rest kann erhalten werden. Dann reinigen und mit F2 EcoPrimer weitermachen.

3 Feinschliff
Mit dem Exzenterschleifer P180–P220 auf einen gleichmäßig matten, glatten Untergrund finishen. Ecken und schwer zugängliche Stellen von Hand nacharbeiten.
4 Fortfahren mit Schritt 2
Die Untergrundvorbereitung für Szenario A ist abgeschlossen. Du kannst Szenario B und den Mischfall überspringen und direkt weitermachen. Weiter zu Schritt 2 →

Szenario B – Rumpf ohne Voranstrich – neu oder komplett abgeschliffen

Du Brauchst: Mehrere Lagen Sperrschicht

Du bist in Szenario B, wenn dein Rumpf blank ist, also neu oder komplett bis auf den Untergrund abgeschliffen. Hier brauchst du keinen F2 EcoPrimer, sondern zuerst eine eigene Epoxy-Sperrschicht.

F2 EcoHull ist keine ausreichende Sperrschicht

F2 EcoHull ist ein Fouling-Release-System und keine Sperrschicht gegen Osmose oder Korrosion. Auf eine frische, geeignete Epoxy-Sperrschicht wird der F2 EcoHull Adhesive Coat direkt aufgetragen, der F2 EcoPrimer entfällt.

1 Geeignete Sperrschicht wählen und auftragen
Wähle einen für deinen Untergrund geeigneten 2K-Epoxidprimer. In der Regel sind 3 bis 5 Schichten nötig, die genaue Zahl und Schichtdicke richtet sich nach dem Datenblatt des Primers. So baust du eine ausreichende Sperrschicht auf.
Primerfarbe zur F2-Farbe abstimmen

Der F2 EcoHull Adhesive Coat deckt gut, aber nicht vollständig über stark kontrastreiche Untergründe. Stimme deshalb die Farbe der letzten Primerschicht auf deine F2-Farbe ab:

Black Gloss / Sparkle Graphite dunkelgrauer bis schwarzer Primer
Royal Blue / Blue Sparkle blauer oder dunkelgrauer Primer
White Gloss / White Sparkle weißer oder sehr heller Primer
2 Für die nächste Schicht vorbereiten
Wie es weitergeht, hängt vom Primer-Typ ab. Schau zuerst ins Datenblatt deines Primers: Steht dort eine VOC-Angabe? 
Lösemittelfrei Lösemittelhaltig
Erkennung Kein VOC-Hinweis im Datenblatt VOC-Angabe im Datenblatt
Wartezeit Bis die letzte Primer-Schicht grifffest ist, dann binnen 24 Stunden direkt mit dem Adhesive Coat weiterarbeiten Mindestens 7 Tage bei 20 °C auslüften lassen, damit alle Lösemittel entweichen können
Schleifen? Nicht notwendig, solange binnen 24 Stunden direkt mit dem Adhesive Coat weitergearbeitet wird Immer notwendig: nach 7 Tagen die Oberfläche mit Wasser spülen, dann gut anschleifen
Frist verpasst? Wenn mehr als 24 Stunden vergangen sind, ist die Oberfläche zu weit ausgehärtet und muss angeschliffen werden
Beispiele Hempel High Protect II
International Gelshield Plus
International Interprotect
International Gelshield 200
International VC Tar2
3 Schleifen (falls notwendig)
Lösemittelhaltige Primer nach 7 Tagen Ablüftzeit mit P180–P220 anschleifen, bevor du weitermachst. Lösemittelfreie Primer können direkt ohne Zwischenschleifen überarbeitet werden – solange nicht mehr als 24 Stunden vergangen sind (siehe Tabelle oben).
4 Fortfahren mit Schritt 2
Die Sperrschicht ist aufgebaut und vorbereitet. Fahre mit Schritt 2, den Rahmenbedingungen, fort.
Schritt 2

Rahmenbedingungen prüfen

Bedingung Anforderung
Lufttemperatur 10 °C bis 35 °C – beim Auftragen und während der Trocknungszeit.
Oberfläche Mindestens 3 °C über dem Taupunkt
Vorsicht bei Kondensation

Ein häufiges Thema gerade im Frühjahr: Kühle Oberfläche + feuchte Morgenluft = der Rumpf „schwitzt". Man sieht es kaum – aber die Beschichtung haftet nicht auf kondensierter Oberfläche.

Test: Mit dem Handrücken über den Rumpf fahren. Kühl-feucht? Warten – meist bis Mittag.

Luftfeuchtigkeit Maximal 90 % – Kein Regen auf frischen Primer (sonst Anschleifen erforderlich). Auf Adhesive Coat und Top Coat nach ca. 4 Stunden kein Problem. Vor dem Weiterstreichen muss die Oberfläche trocken sein!
Arbeitsbereich Nicht in der Nähe schleifen, polieren oder sägen – Staub und Partikel können die Haftung beeinträchtigen.
Zuerst Unterwasserschiff – dann Politur

Kümmere dich vor der Politur zuerst um das Unterwasserschiff. Unsichtbare Partikel der Politur verteilen sich auf dem ganzen Rumpf und können die Haftung beeinträchtigen. Wenn vorher poliert wurde – extra gründlich reinigen!

Finaler Check vor dem Streichen

Der Untergrund muss tragfähig, glatt, sauber und trocken sein. Feuchtigkeit, die unter der Beschichtung eingeschlossen ist, wird zu Haftungsproblemen führen. Im Zweifel mit einem Feuchtigkeitsmessgerät prüfen.

Schritt 3

Reinigen mit F2 Degreasing Solution

Fett, Schmutz und Rückstände auf dem Untergrund sind der häufigste Grund für Haftungsprobleme. Die F2 Degreasing Solution ist eine lösemittelfreie Reinigung, mit der du den Untergrund vor dem Streichen optimal präparierst. Dieser Schritt ist wichtiger als er aussieht.

Reinigen mit F2 Degreasing Solution

1 Rumpf leicht anfeuchten
Den ganzen Rumpf mit Frischwasser besprühen.
2 F2 Degreasing Solution verdünnen
1:10 mit Frischwasser mischen, also ein Teil Reiniger auf zehn Teile Wasser.
3 Rumpf reinigen
Mit weichem Schwamm oder Bürste den ganzen Rumpf abreiben. Nimmst du den gelösten Schmutz mit einem Tuch auf, immer nur in eine Richtung wischen, nie hin und her, sonst verteilst du ihn neu.
4 Bei Bedarf wiederholen
Bei starker Verschmutzung ein zweites Mal reinigen.
5 Gründlich abspülen
Mit klarem Frischwasser nachspülen, bis keine Reinigerreste mehr auf dem Rumpf sind.
6 Vollständig trocknen lassen
Erst streichen, wenn der Rumpf komplett trocken ist. Restfeuchte unter der Beschichtung stört die Haftung.
Kein Aceton, kein Nitro

Niemals herkömmliche Lösemittel zur Reinigung verwenden. Sie hinterlassen unsichtbare Rückstände, die die Haftung dauerhaft stören.

Schritt 4

F2 EcoPrimer auftragen Nur Szenario A

Wann ist der F2 EcoPrimer erforderlich?

Den F2 EcoPrimer benötigst du immer dann, wenn du dein altes Antifouling an-/abgeschliffen hast, aber keinen neuen Epoxy-Primer aufgetragen hast. Wenn ein frischer Epoxy-Primer aufgetragen wurde, kann dieser Schritt übersprungen werden. Bitte beachte in diesem Fall die Ausführungen unter Schritt 1 – Szenario B.

Topfzeit beachten

Der F2 EcoPrimer besteht aus zwei Komponenten: BASE und ACTIVATOR. Sobald BASE und ACTIVATOR gemischt sind, läuft die Uhr: Die Verarbeitungszeit beträgt maximal 30 Minuten bei 20 °C. Je wärmer, desto kürzer. Dosen im Schatten halten, und bei sehr warmen Temperaturen vorher kurz ins kühle Wasserbad stellen.

Empfehlung: max. 250ml pro Verarbeiter auf einmal anmischen!

EcoPrimer anmischen

4A – Anmischen

1 BASE vorrühren
Die BASE-Dose öffnen und den Inhalt von Hand gründlich durchmischen.
2 BASE und ACTIVATOR abmessen
Im separaten Mischbecher nach Volumen im Verhältnis 60:40 abmessen, abgelesen an der Mengenmarkierung des Bechers. Beispiel: BASE bis zur 150-ml-Marke einfüllen, dann ACTIVATOR bis zur 250-ml-Marke nachfüllen, also ein Viertel Liter. Niemals direkt in der Dose mischen, immer separaten Mischbecher benutzen. Nicht verdünnen.
3 Von Hand homogen rühren
Mit einem Rührstab von Hand rühren, bis die Masse vollständig gleichmäßig ist. Nicht mit dem Akkuschrauber, der bringt zu viel Wärme und Luft ein. Wärme verkürzt die ohnehin kurze Topfzeit, Luft gibt Blasen in der Beschichtung.
4 Sofort verarbeiten
In die Farbwanne füllen und sofort auftragen. Die Topfzeit von maximal 30 Minuten bei 20 Grad läuft ab dem Moment des Mischens.
Brandgefahr

Gemischte 2K-Systeme erzeugen beim Aushärten Eigenwärme. Größere Restmengen des F2 EcoPrimers können extreme Hitze entwickeln. Becher mit Restmaterial daher nie unbeaufsichtigt auf brennbaren Oberflächen stehen lassen.

4B – Auftragen

1 Im Kreuzgang auftragen
Den Primer mit der Schaumstoffrolle in einer dünnen, gleichmäßigen Lage auftragen. Erst senkrecht von oben nach unten rollen, dann ohne neue Farbe aufzunehmen waagerecht von rechts nach links darübergehen. So verteilt sich die Farbe gleichmäßig und Streifen verschwinden.

Kreuzgang-Technik

2 Die richtige Menge
Ein Liter reicht für etwa 10 m². Das ergibt eine dünne, gleichmäßige Schicht von rund 100 Mikron.
Deckkraft

Der Primer deckt nicht 100 % – das ist normal. Er ist für die Haftung zuständig, nicht für die Farboptik. Die vollständige Deckung bringt der Adhesive Coat.

3 Kanten und Ecken nacharbeiten
Stellen, die die Rolle nicht erreicht, mit einem kleinen Pinsel nacharbeiten.
Wartezeit
Minimum vor Adhesive Coat 4–6 Stunden (grifffest)
Maximum 24 Stunden
Länger als 24 Stunden gewartet? Oberfläche abwaschen, dann mit P180-220 gründlich anschleifen. Danach noch einmal mit F2 Degreasing Solution reinigen (Schritt 3) – erst dann Adhesive Coat auftragen (Schritt 5).
Schritt 5

Adhesive Coat auftragen

Der Adhesive Coat ist die farbgebende Schicht. Die gesamte Farbe deines Unterwasserschiffs kommt aus dem Adhesive Coat. Der Top Coat, der danach folgt, ist transparent und verändert die Farbe nicht. Deshalb kommt es beim Adhesive Coat auf eine gleichmäßige, deckende Schicht an. Als einkomponentiges Hybrid-Polymer verbindet er den Untergrund mit dem Top Coat und bildet den robusten Haftgrund für den Fouling-Release-Effekt.

Genügend Zeit einplanen

Der Adhesive Coat ist sehr zähflüssig – deutlich dicker als normale Farbe. Das ist normal und gewollt. Plane mehr Zeit ein als für einen herkömmlichen Antifouling-Anstrich, denn das Polymer muss sorgfältig und mit leichtem Druck gleichmäßig auf der Oberfläche ausgerollt werden. Das braucht etwas Geduld!

1 Dose öffnen und Farbe gründlich aufrühren
Maschinell mit dem Rühraufsatz aufrühren, von Hand reicht hier nicht. Die Pigmente setzen sich schnell am Boden ab, deshalb gründlich – mindestens 2 Minuten lang – vom Boden her durchmischen, bis die Farbe gleichmäßig ist. Nicht verdünnen.
2 In Farbwanne füllen und Dose wieder verschließen
Nach dem Befüllen der Farbwanne die Dose sofort wieder verschließen. Das Hybrid-Polymer reagiert mit Luftfeuchtigkeit, offen stehen gelassen zieht es an.
3 Eine Schicht im Kreuzgang auftragen
Eine Schicht Adhesive Coat mit der Schaumstoffrolle auftragen. Erst senkrecht von oben nach unten rollen, dann ohne neue Farbe aufzunehmen waagerecht von rechts nach links darübergehen. So verteilt sich die Farbe gleichmäßig und Streifen verschwinden.

Kreuzgang-Technik

4 Nicht zu dick auf einmal auftragen
Wenn das Material zu dick auf einmal aufgerollt wird, verläuft es nicht glatt, sondern zieht beim Trocknen Wellen, sogenannte „Orangenhaut". Reicht die Deckkraft im ersten Durchgang nicht aus, kann nach 4 bis 6 Stunden eine zweite Schicht aufgetragen werden. Ergiebigkeit etwa 10 m² pro Liter, das entspricht rund 100 Mikron Schichtdicke.
5 Stützen-Ränder freilassen
Ca. 5 cm Abstand rund um jede Bootsstütze frei lassen, damit nach dem Umbocken jede Schicht in sich überlappend fertiggestrichen werden kann (Schritt 8).

Stützenbereich

Wartezeit
Minimum vor Top Coat 4 Stunden (grifffest)
Maximum Kein Maximum – solange sauber, trocken und staubfrei
Regen nach dem Adhesive Coat

Regen nach mind. 4 Stunden ist in der Regel kein Problem. Falls Schmutzspuren zurückbleiben: mit Frischwasser reinigen und trocknen lassen, bevor der Top Coat aufgetragen wird.

Schritt 6

Top Coat auftragen

Der Top Coat ist die letzte Schicht und gibt dem System seine Funktion. Als einkomponentiges Hybrid-Polymer bildet er die hochglänzende, ultraglatte und wasserabweisende Oberfläche, an der sich Bewuchs kaum festsetzt, den Fouling-Release-Effekt. Er ist transparent, mit oder ohne Sparkle-Effekt. Farbgebend ist der Adhesive Coat.

1 Dose öffnen und Farbe gründlich aufrühren
Maschinell mit dem Rühraufsatz aufrühren. Hast du die Sparkle-Variante, sorgt das Aufrühren dafür, dass der Effekt gleichmäßig verteilt ist. Nicht verdünnen.
2 In Farbwanne füllen und Dose wieder verschließen
Nach dem Befüllen der Farbwanne die Dose sofort wieder verschließen. Das Hybrid-Polymer reagiert mit Luftfeuchtigkeit, offen stehen gelassen zieht es an.
3 Eine Schicht im Kreuzgang auftragen
Eine Schicht Top Coat mit der Schaumstoffrolle auftragen. Erst senkrecht von oben nach unten rollen, dann ohne neue Farbe aufzunehmen waagerecht von rechts nach links darübergehen, genau wie beim Adhesive Coat. So wird die Schicht gleichmäßig und Streifen verschwinden.
4 Nicht zu dünn auftragen
Der Top Coat rollt sich deutlich leichter als der Adhesive Coat. Das verleitet dazu, ihn dünner aufzutragen. Aber das ist die finale Schutz- und Funktionsschicht, trage also bewusst gleich viel Material auf wie beim Adhesive Coat, nichts übrig lassen – alles verstreichen. Hast du den Top Coat mit Sparkle gewählt, siehst du beim Auftragen sofort, wo noch Material fehlt. Das hilft, gleichmäßig und nicht zu dünn aufzutragen.
5 Läufer und Tropfen sofort glätten
In der Nassphase lassen sie sich leicht korrigieren, nach dem Antrocknen nicht mehr.
6 Stützen-Ränder freilassen
Wieder ca. 5 cm rund um jede Bootsstütze frei lassen, genau wie beim Adhesive Coat, für die spätere Nacharbeit nach dem Umbocken (Schritt 8).
7 Klebeband direkt nach dem Streichen abziehen
Solange der Top Coat noch nass ist, das Klebeband abziehen. So entsteht eine saubere Kante ohne Abrisse.

Top Coat mit Sparkle-Effekt

Wartezeit
Minimum vor dem Kranen 36 Stunden
Maximum Kein Maximum
Kein Zeitdruck – klebrig ist normal

Das Boot kann nach dem Auftragen des Top Coats unbegrenzt lange an Land stehen – es gibt keine maximale Standzeit. Der Top Coat bleibt jedoch klebrig: Das ist systembedingt, kein Fehler. Die vollständige Aushärtung findet erst im Wasser statt. Sobald grifffest (~4–6 Stunden), kann die Oberfläche leicht mit Süßwasser befeuchtet werden – das beschleunigt die Aushärtung.

Stützenbereich – anders als beim normalen Antifouling!

Die Bereiche unter den Bootsstützen können nicht einfach im Kran hängend nachgestrichen werden. Der Schichtaufbau und die Trocknungszeiten erfordern in der Regel ein Umbocken.

Schritt 7

Umbocken / Kranen / Trailern

In diesem Schritt wird das Boot umgebockt oder neu aufgestellt, damit die Flächen unter den Bootsstützen frei werden und in Schritt 8 beschichtet werden können. Diese Stellen lassen sich in der Regel nicht im Kran hängend nachstreichen, Schichtaufbau und Trocknungszeiten erfordern in der Regel ein Umbocken. Weil die fertige Oberfläche extrem glatt ist, sind beim Kranen ein paar Vorsichtsmaßnahmen nötig.

Rutschgefahr

Aufgrund der extremen Glätte der Oberfläche besteht die Gefahr, dass die Krangurte am Rumpf verrutschen oder auseinandergleiten. Dies kann durch einfache Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden. Hinweise dazu findest du in unserem Artikel zum Kranen →

Gilt auch fürs Trailern

Die Hinweise zur glatten Oberfläche gelten genauso beim Trailern: Auflagen und Gurte sauber halten, die frische Beschichtung mit weichen Unterlagen schützen und auf sicheren, rutschfreien Halt achten.


  • Warte nach dem Auftrag des Top Coats mindestens 36 Stunden, bevor das Boot belastet wird, ob Kran oder Trailer. Die Beschichtung muss druckfest genug sein, um das Gewicht des Bootes zu tragen.

  • Informiere den Kranführer über die extrem glatte Oberfläche.

  • Bitte den Kranführer, die Gurte unter dem Rumpf mit einer Leine zusammenzubinden (sichern), um ein Auseinandergleiten zu verhindern.

  • Achte darauf, dass die Krangurte sauber sind.

  • Verwende bei Bedarf weiche Unterlagen (z.B. Malervlies) zwischen Gurt und Rumpf, um die frische Oberfläche zu schützen. Besonders wichtig bei Knickspanten/Chines.

Boot kranen

Schritt 8

Stützenbereich nacharbeiten

Sobald das Boot umgebockt ist und die Aufstandsflächen der Stützen frei liegen, arbeitest du diese Stellen nach. Im Grunde wiederholst du hier den kompletten Aufbau wie am restlichen Rumpf, nur auf kleiner Fläche und passend zu deinem Szenario aus Schritt 1.

1 Freigelegte Fläche anschleifen
P180–P220, damit der folgende Aufbau gut haftet. Liegt am Rumpf eine Sperrschicht (Szenario B), richtet sich die Untergrundvorbereitung nach deren Datenblatt, genau wie in Schritt 1.
2 Mit F2 Degreasing Solution (1:10) reinigen und vollständig trocknen lassen
Erst weiterarbeiten, wenn die Fläche restlos trocken ist. Restfeuchte stört die Haftung.
3 Grundierung auftragen
Szenario A (F2 EcoPrimer): EcoPrimer auftragen. Dabei auf die in Schritt 5 freigelassenen 5-cm-Ränder überlappen. Anmischen, Verarbeitung und Wartezeiten genau wie in Schritt 4

Szenario B (neuer Sperrschicht-Primer): Die Sperrschicht auf der freigelegten Fläche nachziehen. Dabei auf die in Schritt 5 freigelassenen 5-cm-Ränder überlappen. Untergrundvorbereitung, Lagenanzahl und Wartezeiten nach Datenblatt, genau wie in Schritt 1. EcoPrimer entfällt hier.
4 Adhesive Coat auftragen
Verarbeitung wie in Schritt 5. Dabei auf die in Schritt 6 freigelassenen 5-cm-Ränder überlappen. Danach rund 4 Stunden grifffest abwarten.
5 Top Coat auftragen
Verarbeitung wie in Schritt 6. Großflächig überlappen, so verschwindet die Naht vollständig.
Schritt 9

Einwassern & Aushärtung

Einwassern

Das Einwassern ist möglich, sobald der Top Coat der Stützen-Nacharbeit grifffest ist (rund 4–6 Stunden). Der übrige Rumpf liegt zu diesem Zeitpunkt längst über den 36 Stunden aus Schritt 7. Für die kleinen nachgearbeiteten Flächen gilt keine eigene 36-Stunden-Wartezeit, solange dort kein Druck durch Krangurte entsteht.

Beim Einkranen

Die Oberfläche ist weiterhin extrem glatt. Bei allen Kranbewegungen gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie in Schritt 7: Gurte sichern, sauber halten und frische Stellen mit weichen Unterlagen schützen.

Längere Standzeit an Land

Das Boot kann vor dem Einwassern unbegrenzt lange an Land stehen. Es muss nicht binnen einer gewissen Zeit eingewassert werden. Die Beschichtung bleibt etwas klebrig, da die volle Aushärtung erst im Wasser beginnt.

Phase
An Land nach Auftrag Grifftrocken, aber noch etwas klebrig
Erste 8–12 Wochen im Wasser Kontinuierliche chemische Aushärtung. In dieser Phase hat die Beschichtung noch keine 100 % Fouling-Release-Leistung
Nach 8–12 Wochen Vollständig ausgehärtet – volle Fouling-Release-Leistung
Schritt 10

Pflege & Reinigung

Nach den ersten 8–12 Wochen im Wasser empfiehlt sich eine sanfte Reinigung mit einem weichen Schwamm oder einer weichen Bürste (Early-Clean). Dies entfernt den anfänglichen Biofilm und sorgt dafür, dass das Fouling-Release-System seine volle Leistung entfalten kann.

Niemals verwenden

Verwende für die Reinigung niemals harte Bürsten, Scheuerschwämme (Scotch-Brite) oder aggressive Chemikalien. Die Oberfläche ist selbstreinigend konzipiert – sanftes Abwischen mit einer weichen Bürste oder einem Schwamm genügt in der Regel, um Bewuchs zu entfernen.

Hochdruckreinigung

Möglich – aber erst nach den ersten 8–12 Wochen im Wasser, wenn die Beschichtung vollständig ausgehärtet ist. In den ersten Wochen nur mit weichem Schwamm oder Bürste reinigen. Danach: ausreichend Abstand halten, nur so viel Druck wie nötig.

Mehr zur Reinigung & Pflege

Wie du F2 EcoHull über die Saison sauber und leistungsfähig hältst, zeigt unser Pflege-Guide im Detail. Pflegeanleitung →

Kratzer oder beschädigte Stellen?

F2 EcoHull kann repariert werden – auch mitten in der Saison. Kleine Kratzer, die den Adhesive Coat nicht durchdringen, können oft einfach überschichtet werden. Für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Reparatur: Reparaturanleitung →

F2 EcoHull wieder entfernen

Du möchtest die Beschichtung wieder vollständig entfernen – etwa bei einem Systemwechsel? Das geht ganz einfach mit dem F2 Coating Remover →